Kihon Ippon Kumite
Kumite
ist eine der drei Säulen im Curriculum des Shotokan Karate wobei der
Karateka langsam und systematisch auf den Wettkampf vorbereitet wird. Es
werden verschiedene Formen, je nach Grad und Fähigkeit des
Trainierenden geübt.
Das Curriculum oder auch die
Lehrmethode stellen das eigentliche Gerüst eines Stiles dar. Stehen
sich zwei Kontrahenten gegenüber, spielen Stil und Lehrmethode keine
Rolle mehr. Was zählt, ist die Auseinandersetzung der jeweiligen
Kontrahenten. Das Ziel ist je nach Situation anders. Im Wettkampf gelten
Regeln, die eingehalten werden müssen, aber auch für den Sieg
ausgenützt werden können. Die Situation ist kontrolliert.
In einer Selbstverteidigungssituation gelten keine Regeln und das Ziel ist, so unbeschadet wie möglich zu überleben.
Schon
diese Ausgangslage macht es sehr schwierig, zielorientiert zu üben. Der
Karateka muss sich im Klaren sein, wo sein Schwerpunkt liegt. Zur
Auswahl stehen viele Möglichkeiten: Selbstverteidigung, Wettkampf,
Selbstkontrolle, Fitness etc.
Historisches:
Karate
im ursprünglichen Sinn hatte keine Stilrichtungen. Diese Tendenz begann
mit dem Export des Karate von Okinawa nach Japan und der Anpassung an
deren Budokultur, wobei eigentlich trotzdem alle Begründer der
verschiedenen Stilrichtungen darauf hinwiesen, das es nur ein Karate
gibt.
Im Shotokan begann die systematische Ausbildung mit
Kihon und Kata und wurde dann um gewisse Kumiteformen weiter entwickelt.
Mit der Te no Kata omote gab es erstmals im Shotokan eine Übungsform
für Partnertraining. Mit der Gründung der JKA durch Nakayama Sensei
wurde diese Entwicklung fortgeführt und um diverse Kumiteformen
erweitert. Kanazawa Sensei brachte diese Formen in eine klare Struktur.
Übungsformen
- Gohon Kumite (Fünfschritt-Partnerübung in Grundstellung)
- Sanbon Kumite (Dreischritt-Partnerübung in Grundstellung)
- Kihon Ippon Kumite (Einschrittschritt-Partnerübung in Grundstellung)
- Jiyu Ippon Kumite (Einschritt-Partnerübung in Kampfstellung)
- Okuri Ippon Kumite, Kaeshi Ippon Kumite, Jiyu Kumite (Freikampf)
und etliche Zwischenformen
Ziele dieser Übungen sind:
- Praktische Technikumsetzung
- Gefühl für Distanz
- Timing
- Koordination
- Bewegung im Raum
- Taktikstudium
- Selbstkontrolle
- Innere Ruhe
- Gefühl für Angriffsziel ( Kyusho )
Vom
Standpunkt der Selbstverteidigung, in Einbezug von Kyusho, ist als
Trainingsgrundlage Kihon Ippon Kumite sehr gut geeignet. Der Verteidiger
steht in natürlicher Position und der Angreifer hat einen gewissen
Abstand und sagt die Technik an. Geht man von den Standardübungen aus,
die bei Kyuprüfungen verlangt werden, kann man diese je nach Fähigkeit
der Trainierende aufbauen. Man sollte jede Übung unter dem Aspekt der
Ziele: Arm, Kopf, Körper, Bein, Takedown, Grappling, Tuite und Waffen
analysieren und mit den entsprechenden vitalen Stellen trainieren.
Schnell wird man feststellen, dass mit der vorgegebenen Technik nicht
alle Ziel erreichbar sind und die Technik je nach Zielregion und Absicht
angepasst werden muss. Das Szenario kann mit dem Fortschritt der
Übenden immer mehr an eine realistische Situation herangeführt werden.
Da
Kyusho allmählich von Karatekas akzeptiert wird, ist es umso wichtiger,
keine unnötigen Lehrkonzepte, wie die traditionelle chinesisch Medizin
oder andere esoterische Lehrmeinungen in das Standardtraining zu
übernehmen. Auch die alten Meister waren da eher pragmatisch und nutzten
in ihren Veröffentlichungen medizinisches Wissen.
Durch
ausgezeichnete, didaktisch sehr gut geschulte Lehrer, mit hervorragendem
Wissen von Kyusho-International wurde mein Verständnis des Karate
grundlegend verändert
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